Filme

Die Komödie Cool Runnings, die in den 1990ern in die Kinos kam, ist wohl der bekannteste Film über Jamaikaner. Streifen aus jamaikanischer Produktion sind bei uns leider relativ unbekannt, was auch damit zu tun hat, dass die Filmindustrie in dem karibischen Land erst spät aufgebaut wurde. Hier werden nach der US-amerikanischen Komödie einige jamaikanische Filme vorgestellt, die ebenfalls sehenswert sind.

 

Cool Runnings – Dabei sein ist alles von Jon Turteltaub
(1993) Der erfolgreiche Spielfilm aus den USA erzählt auf unterhaltsame Weise die Geschichte der ersten Bobmannschaft aus Jamaika. Diese war bei den Olympischen Winterspielen im Jahr 1988 in Calgary angetreten und hatte damit eine wahre Sensation ausgelöst. Obgleich der Film auf einer wahren Begebenheit beruht, sind die Charaktere und die Ereignisse um die Olympiade herum fiktiv. Die originelle Komödie stellt vier Personen vor, die zunächst belächelt und von der Konkurrenz nieder gemacht, dann jedoch zu wahren Helden der Nation werden. Viele heitere Szenen, unterlegt mit schönen Reggae-Beats.

 

The Harder They Come von Perry Henzell
(1972) In Kingston versucht ein junger Mann, Sänger zu werden – das ist der grobe Inhalt des jamaikanischen Spielfilms aus den 1970ern. Da Ivanhoe Martin (herrlich gespielt vom Musiker Jimmy Cliff) zunächst keinen Erfolg verzeichnen kann, beginnt er mit Marihuana zu handeln und gerät in krumme Machenschaften. Bald hat er die Musikmafia und verschiedene Behörden gegen sich, die ihm Schwierigkeiten bereiten. Ebenfalls mit Reggae untermalt ist dieser Spielfilm eine nette Abendunterhaltung.

 

Shottas von Cess Silvera
(2002) Ein weiterer Film, in dem ein Musiker dabei ist: Wyclef Jean spielt eine Rolle in dem jamaikanischen Thriller, der zu deutsch den Titel "Gangster" trägt. Dies ist eine wörtliche Übersetzung des Slangwortes Shottas. Im Kinofilm geht es um Biggs und Wayne, zwei arme Jungen aus dem Getto von Kingston. Bereits im frühen Alter leben sie von kriminellen Aktivitäten, was sie bis in die USA führt. Für die dort ansässigen rivalisierenden Gangstergruppen geht es um Geld, Macht und Frauen. Für die einen ist der Thriller ein gewaltverherrlichender Film, für die anderen ein unterhaltsamer Action-Streifen, in dem es letztlich auch um echte Freundschaft geht.

 

No Place Like Home von Perry Henzell
(2006) Dieser jamaikanische Spielfilm erzählt die Geschichte von Susan, einer jungen Frau aus den USA. Sie reist nach Jamaika, um einen Werbespot an den traumhaften Stränden zu drehen und taucht dort jedoch in eine fremde Welt ein. Die neue Realität, die sie in der Karibik kennenlernt, verändert nicht nur ihren Aufenthalt auf Jamaika, sondern ihr ganzes Leben. Das Drama des jamaikanischen Regisseurs zeigt dabei auch die Differenzen zwischen dem touristischen und dem angeblich echten jamaikanisches Leben auf.